Seit Beginn seiner Karriere ist Romano Buratti von den komplexen und unvorhersehbaren Problematiken des menschlichen Lebens fasziniert und gefangen. Dieser vielseitige und dynamische Maler fokalisiert seine Bilder und verzichtet dabei auf alle ablenkenden Ausschmückungen. Seine Gestalten haben fast immer mit dem Wüten der Naturelemente zu kämpfen, dabei werden die Verhaltensweisen durch eine ethische Harmonie unterstrichen. Die fast spöttisch wirkende Eckigkeit, das bis ins Abnorme getriebene Hervorheben anatomischer Charakteristiken, die verdrehten und verzerrten Haltungen, gebückt und sich dem Wüten der Natur entgegenstemmend, die absichtlich und plump übereinandergezogene Kleidung, die beharrlich wiederholte Chromatik immer derselben Töne gehören wohl zu den unmittelbarsten Eindrücken, die Burattis Figuren vermitteln.
Es sind Werte, die seine Expressivität einzigartig machen, die immer von einer großen, gediegenen und sicheren Illustrationskraft getragen wird.

So ist denn auch die Dominanz seiner Malerei ein rarer und unübertrefflicher graphischer Schriftzug. Es ist eine entschiedene, fließende, präzise und unwahrscheinlich spontane Schrift, die auf brillante Art alle beschreibenden Regeln lebendig und begeistert mischt, wenn auch in einer fern von Prahlerei und manierierten Zügen liegenden Thematik. Die Thematik dieses Malers ist immer Ausdruck seines temperamentvollen inquisitorischen Niveaus. In seinem darstellerischen Stil spiegelt sich eine begeisterte Bereitschaft zum Dialog, zur Meditation und Betrachtung der vielen Kümmernisse, die das Leben erschweren.